Wo Verlierer da auch Gewinner...
Autor: Thomas Köhler veröffentlicht am 23.12.2008In nahezu allen Fernsehsendern und renommierten Zeitschriften wird am Jahresende Bilanz gezogen. Dabei spielt dieses Mal insbesondere die aktuelle Finanzkrise eine bedeutende Rolle. Es stellt sich aber auch die Frage nach den Gewinnern des Jahres - hier werden aktuell in der Online-Ausgabe des Spiegels die Punkte Politik, Euro, Kapitalmärkte, traditionelles Banking und die Gesellschaft genannt.
Die Bestrebungen, Kapitalmärkte an globale Regeln zu binden, sind in der Vergangenheit immer wieder durch Widerstände von Amerikanern und Briten gescheitert. Maßnahmen wie Vorschriften für die Unterlegung von Krediten mit mehr Eigenkapital, Verbesserung des Risikomanagements in Banken, bessere Transparenz beim Wertpapierhandel sind hier sicherlich die aktuell diskutierten Themen. Aber eine Regulierung beschränkt nicht nur die eigenen Spielräume - sie bietet auch Chancen in einem globalisiertem Umfeld.
Auch die Rückkehr zum traditionellen Banking - die Renaissance des Privatkundengeschäfts und die Fokussierung auf Kernkompetenzen im Firmenkundengeschäft - bietet weitere Ansätze, um die Krise im neuen Jahr zu überwinden.
Insofern bleibt die Zuversicht auf 2009 - wo Verlierer da auch Gewinner...
Neuregelungen zur Einlagensicherung verabschiedet
Autor: Thomas Köhler veröffentlicht am 19.12.2008Das Europäische Parlament hat am 18.12.2008 den Änderungsvorschlägen vom 15.Oktober bzgl. der Neuregelungen der Einlagensicherungssysteme (1994/19/EG) zugestimmt.
Demnach muss die Einlagensicherung ab spätestens Ende 2010 für Privatpersonen 100.000 Euro betragen. Bereits ab Juli 2009 ist in der gesamten EU wesentlich mehr Geld für den Fall einer Bankenpleite abgesichert; in Deutschland wird die Sicherungsgrenze von 20.000 auf 50.000 Euro angehoben. Zudem sollen die Sparer ihr Geld im Falle einer Bankpleite schneller zurückbekommen: die Auszahlungsfrist wird ab dem 30. Juni von drei Monaten auf 20 Arbeitstage verkürzt.
Der Vorschlag der EU-Kommission beschränkt sich bisher jedoch auf private Einlagen. Kleine und mittlere Unternehmen sollen künftig in das Einlagensicherungssystem mit einbezogen werden.
Leasingaufsicht Sonderforum des BDL
Autor: Kai Braunert veröffentlicht am 16.12.2008Am vergangenen Donnerstag fand das Sonderforum zur Leasingaufsicht des BDL in Frankfurt statt. Bei über 200 Teilnehmern fanden die Vorträge der Referenten großen Anklang.
Es wurde über die Themengebiete der allgemeinen Anforderungen aus dem bekannten Paragraphen des KWG berichtet. Dabei wurde darauf referenziert, wie die Umsetzungen in Banken bislang vollzogen worden sind. Bereits hier war erkennbar, dass in der kommenden Zeit erhebliche Veränderungen in Bezug auf aufsichtsrechtliche Anforderungen auf die Branche zukommen. Was für Banken bereits Gang und Gebe ist, wird für Leasinggesellschaften erst zu einer echten Herausforderung werden.
Wohin mit dem schädlichen Geschäft?
Das Referat über die Anwendung und Wirkung des §19 GewStDV, der Gewerbesteuersteuererleichterung für Leasinggesellschaften, war eigentlich von einem zentralen Satz geprägt: „Wir wissen es nicht genau!“ Die Aussage stellt im Moment die Kenntnislage über die Ausgestaltung und die Anwendung der Gewerbesteuererleichterung sehr genau dar. Alles ist im Fluss und nichts ist wirklich fix. Klärung wird es erst dann geben, wenn die finalen Ausarbeitungen des Bundesfinanzministeriums vorliegen.
Die Erleichterung kann nur dann angewandt werden, wenn das Portfolio nur reine Finanzierungsleasing Kontrakte enthält. Der sog. Fallbeileffekt tritt dann ein, wenn auch nur ein Vertrag im Bestand ist, der auch nur annähernd in die Richtung des Operating Lease geht. Dabei sind nach Meinung der Experten, nicht zwingend die Verträge gemeint, die nach IFRS oder US-GAAP als Operate Lease angesehen werden. Vielmehr fallen unter das „schädliche Geschäft“ Verträge mit einer Kurzmietzeit oder einem hohen Anteil an zusätzlichen Service Leistungen.
Das Dilemma an der Konstellation ist, dass einer Gesellschaft in diesem Fall die Gewerbesteuererleichterung verwehrt bleibt, die aufsichtsrechtlichen Pflichten allerdings bleiben bestehen.
Somit ist nun die Kreativität der Geschäftsleitungen und Eigentümern der Leasinggesellschaften gefordert. Es wurde bereits laut darüber nachgedacht, dass die schädlichen Verträge in eine eigene Gesellschaft ausgelagert werden. Somit bliebe wenigstens für die Gesellschaft mit den Finanzierungsleasingverträgen die Anwendbarkeit des §19 GewStDV erhalten.
MaRisk – Chance und Risiko?
Die Einführung der MaRisk stellt für viele Unternehmen eine Chance dar. Durch die Umsetzung eines angemessenen Risikomanagement, welches die MaRisk fordert, werden die derzeit vielleicht nur schlecht behandelten Risiken, besser beherrschbar.
Mit der Einführung der MaRisk ist für die Gesellschaften ein großer Aufwand verbunden. Sie sind gefordert, eine Darstellung der Risikostrategie in Einklang mit ihrer Geschäftsstrategie zu bringen. Umfangreiche Reporting und Dokumentationsanforderungen sind zu beizubringen. Aber sind das nicht Anforderungen, die ein gut geführtes Unternehmen eh umsetzen muss?
Unserer Ansicht nach bedeutet die MaRisk für die Gesellschaften mit einem Bankenhintergrund keine großen Veränderungen. Gefordert sind hier die unabhängigen, bislang noch nicht regulierten Leasingunternehmen. Gerade aber für diese Gesellschaften besteht eine gute Möglichkeit, ihre Geschäftsprozesse unter Risikogesichtspunkten zu hinterfragen und vielleicht auch neu zu beleuchten.
Denn was hat man von gesetzlichen Anforderungen, wenn man nicht versucht für sein Unternehmen das Optimale auszunutzen und einen Vorteil daraus zieht? Und hier ist nicht nur die Erleichterung in der Gewerbesteuer gemeint!
Durch Entschleunigung schneller ans Ziel
Autor: Uwe Bröker veröffentlicht am 14.12.2008Ständig erreichbar und verfügbar, immer flexibel und anpassungsfähig - alles muss schnell gehen - Kriterien die heute auf den ersten Blick so wichtig erscheinen und unser Leben bestimmen.
Sicher, es gibt Gründe die zur zunehmenden Hektik führen. Sein es die Abhängigkeiten im globalen Wirtschaftssystem oder der verschärfte Druck durch Wettbewerb, materielle Zwänge und Beschäftigungsängste. Doch oftmals ist die permanente Hast hausgemacht und wird als normal bzw. als ein Muss verstanden.
Kann und darf das so weiter gehen und was leidet darunter?
Lassen wir an dieser Stelle die Einflüsse auf Gesundheit und die Veränderungen im Sozialenverhalten außen vor, so ist festzustellen, dass Vorhaben wie z.B. Projekte vermehrt „kurzsichtig“ angegangen werden. Die Folge sind Zeit- und Budgetüberschreitungen sowie Qualitätsdefizite. Die Auswirkungen auf die Projektmitarbeiter durch Überlastung und Demotivation stellen weitere Risiken einer überhasten Vorgehensweise da.
Was kann man tun? Nun, ich will an dieser Stelle nicht über die Maßnahmen zur Herstellung einer work-life-banalce sprechen, auch nicht über die evtl. Notwendigkeit der Veränderung unserer beschleunigten Gesellschaft, dieses überlasse ich anderen Medien und Experten. Gönnen wir uns einen kurzen Moment des Innehaltens und reflektieren die Welt der Projekte und ihres Managements. Vorhaben werden oft gestartet ohne eine genaue Vorstellung vom Ziel und Inhalt zu haben, Änderungen fließen permanent ein und Meilensteine werden neu festgesetzt ohne diese vorher abzustimmen. Nun werden Sie sagen, dass ist nichts Neues, dass gehört zum Tagesgeschäft – richtig, doch muss das so bleiben? Nein! Hier hilft es zu „Entschleunigen“.
Methodisches Vorgehen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Nur wer für sich und sein Team die richtige Projektvorgehensweise findet und diese konsequent einsetzt, gewinnt.
Diese Form braucht aber Ruhe, den ganzheitlichen Blick und eine nachhaltige Arbeitsweise. Nehmen wir als Beispiel die von uns S&N’lern, gelebte Value Chain Guidance Strategie. Sie ermöglicht, unterstützt durch ein praxiserprobtes Projekthandbuch, ein strukturiertes Vorgehen - von der Innovationsphase über die Design-, Realisierungs-, Supportphase bis hin zum Betrieb und bringt somit Klarheit, Ruhe und damit letztendlich Effizienz und Geschwindigkeit in den Projektalltag. Projekte, die hektisch aufgesetzt und umgesetzt werden bergen Risiken und führen oftmals in ein Desaster; Nacharbeiten sind an der Tagesordnung und die Kosten steigen ins unermessliche. Methodisch umgesetzte Vorhaben wirken auf den ersten Blick kostspielig, langsam und zu aufwendig. Doch nach kurzer Zeit ist erkennbar, sie sind auf der Überholspur, da sie den längeren Atem bei konstanter Leistung aufweisen.
Einige Thesen:
1. Projekte mit ruhiger, sorgfältiger Vorbereitung und entsprechender Durchführung sind letztendlich schneller als ad hoc Projekte.
2. Sinnvolle Entschleunigung in Projekten bringt Zufriedenheit bei allen Beteiligten.
3. Erfolg hängt maßgeblich von der Methode des Handelns ab.
Vielleicht gibt uns der anstehende Jahreswechsel genug Zeit und Abstand um vergangene Projekte zu reflektieren und zukünftige Projekte entschleunigt und dennoch mit höchster Effizienz anzugehen.
Wort des Jahres 2008: Finanzkrise
Autor: Thomas Köhler veröffentlicht am 11.12.2008Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat gestern die Wörter des Jahres 2008 gewählt. Auf den ersten drei Plätzen stehen die Wörter "Finanzkrise", "verzockt" und "Datenklau".
Hiermit werden die aktuellen Themen der Finanz-IT-Industrie adressiert: zum Einem die dramatische Entwicklung im Banken- und Finanzsektor und zum Anderen die - nicht immer so erfolgreiche - Einhaltung der Compliance-Anforderungen von Unternehmen in Bezug auf Datenhaltung und -weitergabe. Mit der Wahl wird damit leider auch bestätigt, dass die Krise der Finanzindustrie und deren Auswirkungen aktuell weiterhin in aller Munde ist.
Die Wahl des Unwortes des Jahres 2008 steht noch aus. Bleibt zu hoffen, dass bis dahin die größten Probleme überwunden sind...
